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Nach Google Earth Update: 3D-Nahaufnahme von Militärbasen

Google Earth hatte im Februar dieses Jahres ein Update auf seine 3-D Karten aufgespielt. Danach war es möglich, die größten Städte in Taiwan in hochaufgelöstem 3D-Format zu betrachten. Das Update zeigte aber versehentlich auch die Standorte geheimer taiwanesischer Militärbasen. Nach dem Update waren auch das taiwanesische Nationale Sicherheitsamt und der Sitz des militärischen Geheimdienstes sehr genau zu sehen. Auf den Militärbasen war wirklich alles, auch Raketen und Raketenträger, in unglaublich detailgenauer Qualität zu sehen.

3D-Nahaufnahme von Militärbasen

von Google Earth

Laut dem taiwanesischem Verteidigungsminister Yen Te-fa wurde eine spezielle Task Force eingerichtet, die mit Google in Sachen nationaler Sicherheit zusammenarbeiten soll. Von Google wird erwartet, die Standorte unkenntlich machen. Das taiwanesische Militär hat zeitgleich die Aufgabe, die physische Tarnung seiner Einrichtungen direkt vor Ort verbessern. Die Google-Panne ist ziemlich bitter für das kleine Land, das direkt vor den Küsten seines großen Erzfeindes China liegt. Dennoch mahnte Yen Te-Fa dazu, Ruhe zu bewahren.

„Tatsächlich wird der Standort der Verteidigungsinfrastruktur in Friedenszeiten nicht derselbe sein wie in Kriegszeiten“,

sagte der Minister. Außerdem seien die wirklich geheimen Dinge in Gebäude bestens getarnt. Allerdings ist klar, dass das im Kriegsfall unerheblich sein wird, da militärische Ziele dann generell direkt angegriffen werden. Taiwan, hieß es, sei nicht allein mit dem Problem konfrontiert. Die Weiterentwicklung der kommerziellen telemetrischen Satellitentechnologie würde inzwischen viele Länder betreffen.

Taiwan und Google kennen sich in diesem Zusammenhang übrigens schon länger. Taiwan hatte auch 2012 bereits eine ähnliche Diskussion mit Apple Maps. Man bat damals, eine Basis in der nördlichen Stadt Hsinchu unkenntlich zu machen. Dort war seinerzeit ein hochmodernes, in den USA hergestelltes, Radar stationiert. Es war in der Lage, potenzielle Raketen zu erkennen, die von Xinjiang im Nordwesten Chinas aus gestartet wurden. Und 2016 bat Taiwan Google, einen Teil der Taiping Insel Itu Aba, im Südchinesischen Meer, unkenntlich zu machen. Taiwans Militär war damals gerade dabei, dort eine Militärbasis zu errichten.

Die Offenbarung geheimer Militärstandorte betrifft nicht nur Kartenmaterial. Letztes Jahr im August sprach das Pentagon ein internes Verbot aus. Demnach war es US-Militärpersonal im aktiven Dienst strengstens verboten, Geräte und Apps, die GPS-Technologien nutzen, zu verwenden. Solche Geräte könnten beispielsweise Fitness-Tracker oder generell mobile Anwendungen sein. Das Pentagon war besorgt, dass solche GPS-Technologien „Feinden Informationen über militärische Operationen liefern“ könnten. Letztes Jahr wurden Sicherheitslücken in zwei mobilen Android-Apps des US-Militärs gefunden. Die Apps wurden sogar für das Militärtraining selbst verwendet. Sie hätten aber im Ernstfall, in echten militärischen Konfrontationen, Soldaten gefährden können.

Artikel von zdnet.com, 18.02.2019: Google Earth accidentally reveals secret military sites
Artikel von scmp.com, 15.02.2019: Taiwan’s darkest military secrets revealed by Google Maps

Urheberrechte Beitragsbild: Public Domain, Creative Commons CC0

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